Internationalen Tages gegen Gewalt an Frauen

24. November 2022

Thema: Femizid
Datum: Donnerstag, 24. November 2022
Zeit: 17.00 - 21.00 Uhr
Raum: SQUARE Atrium
Wer: Sicherheitspolitisches Forum der Universität St. Gallen (SPF)
Sprache: Deutsch

Jede 2 Wochen wird in der Schweiz eine Frau in ihrem familiären Umfeld getötet - aufgrund ihres Frauseins

Am 24.11., Vorabend des internationalen Tages gegen Gewalt an Frauen, veranstaltet das SPF eine Podiumsdiskussion zum Thema Femizid. Folgende Aspekte werden mit Expert:innen aus den Bereichen Recht, Medien, Psychologie und soziale Arbeit besprochen:

Jede 2 Wochen wird in der Schweiz eine Frau in ihrem familiären Umfeld getötet - aufgrund ihres Frauseins. In Deutschland gibt es jeden Tag eine Tötungsversuch an einer Frau, jeden 3. Tag stirbt eine Frau durch die Hand ihres Partners oder Ex-Partners. In Österreich gab es 2021 31 Morde an Frauen, davon 30 – mutmaßlich – durch (Ex-)Partner, Bekannte oder Familienmitglieder. Die Dunkelziffer vermisster und schwer verletzter Frauen kennt jedoch niemand.
Weshalb geschieht solche Gewalt gegen Frauen und wie kann ihr vorgebeugt werden? Wie stehen Frauenmorde mit häuslicher Gewalt und online Gewalt in Zusammenhang? 

Die Gewaltvorfälle gegen Frauen tauchen jedoch (noch) nicht in einer Kriminalstatistik auf. Verschiedene Gruppen schlagen daher vor, den Begriff Femizid einzuführen. Der Femizid ist die vorsätzliche Tötung einer Frau durch einen Mann aufgrund ihres Geschlechts bzw. aufgrund von "Verstößen" gegen die traditionellen sozialen und patriarchalen Rollenvorstellungen für Frauen (Quelle: Verein Autonome Österreichische Frauenhäuser). Der Begriff "Femizid" erscheint bis heute aber weder im Schweizer Strafgesetzbuch noch in der 2018 in Kraft getretenen Istanbul-Konvention.* Weshalb nicht? Und wäre dessen Einführung zur Prävention und Verbrechensaufklärung überhaupt förderlich? 

Die Rolle der Medien in der Berichterstattung ist in diesem Kontext eine zentrale: Medien reproduzieren nämlich patriarchale Klischees, wenn sie Femizide als »Beziehungsdrama« oder »Familientragödie« verharmlosen ("Verbrechen aus Leidenschaft"). Sie führen dazu, dass das schambehaftete Thema weiter tabuisiert wird. Opfer von Gewalt melden sich daher seltener bei der Polizei, bevor es zu spät ist. 

In welcher Verantwortung stehen hier Medienschaffende? Wie können sie ihre üblichen Praktiken ändern?‘
 

 

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